Rainer Bovermann: Erinnern für eine lebendige Zukunft

Veröffentlicht am 27.01.2017 in Allgemein

Auschwitz 2014: Kranzniederlegung durch Rainer Bovermann

Am 27. Januar jährt sich die Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz. Wie kein anderes Vernichtungslager ist Auschwitz-Birkenau zu einem Symbol geworden für millionenhafte Ausgrenzung, Entrechtung, Verschleppung und Ermordung von Menschen. Es waren in der Hauptsache Juden, die sich einem beispiellosen Vernichtungswillen ausgesetzt sahen. Auch Sinti und Roma, Behinderte, Homosexuelle, Christen, Kommunisten und Sozialdemokraten wurden verfolgt und getötet – weil ein rassistisches und größenwahnsinniges Regime es so bestimmte. Und weil zu wenige Menschen den Mut und die Kraft hatten, sich dem Nationalsozialismus in den Weg zu stellen.

Der 27. Januar ist ein Tag der Befreiung. Er erinnert an Leid und Unrecht, aber auch an die Überwindung dieses Unrechts. Insofern gibt er uns Hoffnung. Ich bin jedoch überzeugt: Das Gedenken an diesen Tag umschließt auch die Frage, wie es in unserem Land zu einer Politik kommen konnte, die Ausgrenzung, Unrecht und Hass zu ihren Grundlagen machte.

Über viele Jahre war das Gedenken an das Leid und das Unrecht, für das Auschwitz symbolhaft steht, ein fester moralischer Orientierungspunkt für die demokratischen Parteien in Deutschland. Es ist daher bestürzend und alarmierend, wenn heute einige radikale Demagogen so tun, als sei das Gedenken und Erinnern an den Holocaust eine „Schande“. Sie stellen in ihren Hetzreden eindeutig klar, in welche braunen Fußstapfen sie treten möchten. Doch ich bin mir sicher: Die überwältigende Mehrheit der Deutschen hat weder Verständnis noch Sympathien für eine Politik, die Hass und Hetze zu ihrem Mittel macht!

Der 27. Januar wurde vom kürzlich verstorbenen früheren Bundespräsidenten Roman Herzog als Tag des Gedenkens an den Holocaust vorgeschlagen. Unser Dank gilt heute auch ihm, der 1996 mit einer beachtenswerten Rede uns Deutschen aufgetragen hat, aus der „Erinnerung immer wieder lebendige Zukunft werden zu lassen.“ Denn, so Bundespräsident Herzog damals: „Wir wollen Lehren ziehen, die auch künftigen Generationen Orientierung sind.“ Das ist und das bleibt unsere Verantwortung!

 

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