Abschaffen oder erhöhen

Veröffentlicht am 02.02.2006 in Familie und Jugend

Dr. Rainer Bovermann, MdL, Hubertus Kramer, MdL, Ulla Wacker, Bereichsleitung Kinder und Familien, Adi Ostert

Während CDU-Bundesfamilienministerin von der Leyen Länder und Kommunen auffordert, die Kindergartenbeiträge abzuschaffen, praktiziert die schwarz-gelbe Landesregierung in Nordrhein-Westfalen genau das Gegenteil. Anlass genug, für die drei SPD-Landtagsabgeordneten für den Ennepe-Ruhr-Kreis Prof. Dr. Rainer Bovermann, Hubertus Kramer und Thomas Stotko, im Rahmen einer Informationstour durch Kindertageseinrichtungen der AWO ihrem Unverständnis Ausdruck zu geben.

Insgesamt 156 Mio. Euro will die NRW-Landesregierung bei der Kindergartenfinanzierung kürzen. Allein bei der Grundpauschale belaufen sich die Kürzungen auf 72 Mio. Euro landesweit. In der Kindertageseinrichtung Wetter-Wengern bedeutet diese Kürzung eine Mindereinnahme in Höhe von 8.514 Euro pro Jahr oder, anders ausgedrückt, für alle 62 Gruppen der AWO im Kreisgebiet ein Minus von 173.000 Euro. Eine Mehrbelastung, wie AWO-Kreisvorsitzender Adi Ostertag verdeutlichte, die die AWO nicht zusätzlich schultern könne. Weitere 84 Mio. spart das Land bei den Ausgleichzahlungen gegenüber den kommunalen Jugendämtern, verbunden mit dem Hinweis, dass der fehlende Betrag über Erhöhung der Elternbeiträge erwirtschaftet werden kann. Die Folge einer einheitlichen Preisgestaltung: Arme Städte werden höhere Kindergarten-beiträge erheben, als die reicheren Nachbarstädte. Und: Nicht Jeder wird sich zukünftig einen Kindergartenplatz leisten können. Gegen die Pläne der Landesregierung regt sich nun Widerstand. Sowohl auf Landesebene, als auch im Ennepe-Ruhr-Kreis haben sich alle Verbände der Freien Wohlfahrts-pflege auf Protestmaßnahmen verständigt. Noch ist der Landeshaushalt nicht verabschiedet.

Die SPD-MdLs dazu: Ein Ausleseverfahren zwischen Ein-kommensstarken und Einkommensschwachen werden wir nicht mittragen. Es trifft am Ende die, die es am notwendigsten haben. AWO-Kreisvorsitzender Adi Ostertag bezeichnete diese Politik als kinder-, frauen- und familienfeindlich. Die drei SPD-Politiker versprachen fest, im Landtag für die Bedürfnisse der Kinder einzutreten und sich vehement gegen die Pläne der Landesregierung zu wenden. Ulla Wacker, Leiterin des AWO-Fachbereichs Kinder und Familien sieht negative Auswirkungen auf die Bildungschancen von Kindern. Das Thema Bildung wird in der Kita Wengern groß geschrieben: Früherkennung von Lese- und Rechtschreibschwächen gehört ebenso, wie ein bilinguales Sprachangebot Englisch zum Programm der Einrichtung. Darüber hinaus verfügt die Einrichtung über eine Bücherei und ehrenamtliche Vorlesepaten, kooperiert mit der städtischen Musikschule und möchte gerne Familienzentrum im Rahmen der ersten Modellphase des Landes werden.

 

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