Die beste Bildung für alle Kinder!

Veröffentlicht am 28.05.2009 in Schule und Bildung

Stellungnahme des heimischen SPD-Landtagsabgeordneten Prof. Dr. Rainer Bover-mann zur derzeitigen Diskussion um das Schulgutachten und die künftige Schulstruktur in Wetter:

„Die derzeitige Situation zeigt auch in Wetter deutlich, dass das Bildungssystem einer dringend notwendigen Reform unterzogen werden muss!“, so Bovermann. Aus seiner Sicht hält einzig die CDU starr an einem Schulsystem fest, das aus der Ständegesellschaft des 18. Jahrhunderts hervorgegangen ist, viel zu früh die Auslese in den Vordergrund stellt und Durchlässigkeit nur nach unten kennt. Bovermann: "Die Ideologie der begabungsgerechten Schulformen prägt immer noch das Denken. Danach müsste jeder Zahnarzt die Hauptschule besuchen, damit er eine gute handwerkliche Ausbildung bekommt.“

Die demografische Entwicklung und das Entscheidungsverhalten der Eltern kommen dabei den Befürwortern einer Reform zur Hilfe, so Bovermann weiter. Der allgemeine Schülerrückgang und die sinkenden Anmeldezahlen an Haupt- und Realschulen zeigen: Wir können uns ein vielfach differenziertes Schulsystem nicht mehr leisten. Eine Lösung muss gefunden werden - auch in Wetter. Dabei hilft das Schulgesetz mit der Möglichkeit von Schulverbünden nicht weiter. Hier handelt es sich lediglich um organisatorische Zusammenschlüsse, die weder die notwendige Durchlässigkeit aufweisen noch alle Abschlüsse anbieten. Die Lösung ist die Gemeinschaftsschule bzw. die Gesamtschule. Sie ist wohnortnah und bietet alle Bildungsgänge unter einem Dach. Statt früher Auslese stehen Binnendifferenzierung und individuelle Förderung, Durchlässigkeit und bessere Abschlüsse im Sinne von mehr Chancengleichheit im Vordergrund.
Bovermann macht jedoch auch deutlich, dass die Umsetzung dieses Konzepts weder von heute auf morgen noch von oben nach unten möglich ist. Voraussetzung ist ein gesellschaftlicher Diskurs, an dessen Ende ein breiter Konsens stehen sollte. In Wetter sind mit dem wissenschaftlichen Schulentwicklungsgutachten erste Schritte eingeleitet worden. Weder geht es um die Zerschlagung des Gymnasiums noch um die Errichtung einer neuen Mammutschule auf der grünen Wiese. Die konkrete Ausgestaltung der Schule ist vielmehr gemeinsame Sache der Eltern, Schulen und der Kommune. Bovermann hofft, "dass wir nicht den Rückfall in die ideologischen Grabenkämpfe der 70er Jahre erleben. Es muss doch möglich sein, eine sachlich fundierte Debatte über die beste Bildung für alle Kinder zu führen."

 

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