Gedenkstätten in NRW sollen weiterentwickelt werden

Veröffentlicht am 30.08.2020 in Landespolitik

Der heimische Landtagsabgeordnete Prof. Dr. Rainer Bovermann hat am gestrigen Mittwoch zwei weitere Orte des Gedenkens an die nationalsozialistische Gewaltherrschaft besucht. Die Termine im ehemaligen Stammlager 326 Senne sowie der Steinwache nahe des Dortmunder Hauptbahnhofs bildeten den Abschluss einer Gedenkstättentour der SPD-Abgeordneten im Hauptausschuss des Landtags.

Zunächst stand der Besuch in Schloß Holte-Stukenbrock auf dem Programm. Das heute durch die Polizei NRW (Landesamt für Ausbildung, Fortbildung und Personalangelegenheiten der Polizei, LAFP NRW) genutzte Areal beherbergte zwischen 1941 und 1945 das Stammlager 326 Senne. In dieser Zeit durchliefen über 300.000 sowjetische Kriegsgefangene das Lager, in dem sie unter zumeist menschenverachtenden Bedingungen vegetieren mussten. Schätzungsweise 65.000 von ihnen überlebten die Qualen nicht und wurden in 36 Massengräbern auf einem nahegelegenen Friedhof beerdigt.

Nun ist eine deutliche Erweiterung des Gedenkortes in Planung. Noch diesen Herbst wird ein unter Federführung des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe erarbeiteter Projektantrag in Berlin eingereicht werden. Ziel ist es, mit einer Bundesförderung von mindestens 60 Millionen Euro eine Gedenkstätte von nationaler Bedeutung zu errichten. „Sowjetische Kriegsgefangene stellen nach den Juden die zweitgrößte Gruppe der Opfer in den Lagern der NS-Diktatur. In der Gedenkstätte Stalag 326 kann ihr Schicksal endlich eine angemessene Würdigung erfahren“, zeigt sich Rainer Bovermann von den Plänen beeindruckt.

Am Nachmittag suchten die Abgeordneten dann das ehemalige Polizeigefängnis „Steinwache“ in Dortmund auf. Zwischen 1933 und 1945 waren hier mindestens 66.000 Menschen inhaftiert. Viele von ihnen wurden als Jüdinnen und Juden, Sinti und Roma oder linksgerichtete PolitikerInnen von der Gestapo misshandelt. An ihr Schicksal erinnert bereits seit 1992 die Dauerausstellung Widerstand und Verfolgung in Dortmund von 1933 bis 1945".

Nun steht der Steinwache als städtischer Mahn- und Gedenkstätte eine Neuausrichtung bevor: Bis 2024 wird ein neues Funktionsgebäude die denkmalgeschützte Bausubstanz ergänzen. Damit verbunden soll eine völlig neu konzipierte Ausstellung eröffnet werden. Rainer Bovermann dazu: „Gedenkstätten müssen weiterentwickelt werden, um Erinnerungskultur auch für die junge Generation erlebbar zu machen. Als SPD-Landtagsfraktion werden wir diesen Prozess auch weiterhin fördern und begleiten.“

 

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